




Unserem pädagogischen Konzept liegen folgende Erziehungsleitgedanken zu Grunde:
Der erste Abschnitt umfasst ca. 6 - 8 Wochen und dient der Eingewöhnung. In dieser Zeit findet auch eine gründliche Begutachtung von Stärken und Schwächen der Kinder und Jugendlichen statt. Parallel zu der fundierten psychologischen Diagnostik werden die Kinder auch von den Erziehern beobachtet und anschließend ein Symptomschema erstellt, in dem Störungen und Fehlverhalten festgehalten werden. Zugleich laufen Schulleistungsprüfungen bei unserem Hauslehrer. Die Problemanalyse dient dem besseren Verständnis der Bedingungen, welche die Verhaltensprobleme des Kindes/Jugendlichen ausgelöst haben oder sie aufrecht erhalten. Die Analyse soll außerdem Ansatzpunkte für gezielte Verhaltensänderungen finden. Sie fließen unter anderem in den Hilfeplan (KJHG 36) ein, der nach 8-10 Wochen erstellt werden sollte und zwar möglichst in Absprache mit allen Beteiligten, also mit dem Jugendlichen und seinen Eltern, dem Jugendamt, der Heimleitung, dem Erzieher und dem Psychologen.
Mit Beginn des zweiten Abschnittes erfolgt die eigentliche therapeutische Arbeit. Pädagogen, Psychologen, Lehrer, das Jugendamt und nach Möglichkeit auch die Eltern arbeiten hier eng zusammen. Sowohl Gruppen-, als auch Einzeltherapien sind Maßnahmen, die vom Einzelfall abhängig sind und den Betreffenden nicht überfordern dürfen. In der dritten Phase des Therapieprogrammes soll mehr und mehr versucht werden, die erlernten Verhaltensalternativen in den Alltag umzusetzen. Der Jugendliche wird zunehmend mit der Übernahme von Verantwortung bedacht. Die therapeutische Arbeit läuft weiter, tritt jedoch mehr in den Hintergrund. Jetzt soll der Jugendliche in erster Linie lernen, seinen Alltag zu strukturieren, seinen Interessen nachzugehen und gleichzeitig seine Aufgaben und Pflichten in angemessener Weise zu erfüllen.